Tool-Ablösung oder Architekturstrategie? - Serie 1/6
Blog vom 19.02.2026
Tool-Ablösung oder Architekturstrategie?
Wenn SAP Solution Manager sein Wartungsende erreicht, beginnen viele Diskussionen mit der Annahme, dass SAP Cloud ALM der natürliche Nachfolger sei. In zahlreichen Unternehmensumgebungen verdient diese Annahme jedoch eine genauere Betrachtung.
Organisationen, die bereits auf Jira, Azure DevOps oder ServiceNow standardisiert haben, nutzen SAP Solution Manager häufig primär als Transportvehikel und nicht als zentrales Enterprise-ALM-Backbone. In solchen Fällen löst die Einführung von SAP Cloud ALM als umfassende ALM-Suite möglicherweise kein strukturelles Problem – sie kann vielmehr Redundanzen schaffen.

Die grundlegende architektonische Fragestellung lautet daher nicht:
„Welches SAP-Tool ersetzt SolMan?“
Sondern:
“Wird überhaupt eine zusätzliche ALM-Plattform benötigt?“
In vielen modernen Enterprise-Landschaften lässt sich die SAP-Transport-Governance in bestehende ALM-Ökosysteme integrieren, ohne eine parallele Lifecycle-Management-Suite aufzubauen. Unter diesen Voraussetzungen ist SAP Cloud ALM ein möglicher architektonischer Baustein – jedoch nicht zwingend der Ausgangspunkt.
Der strategische Wandel nach SAP Solution Manager betrifft daher weniger die Produktnachfolge als vielmehr die architektonische Ausrichtung.
Nächste Woche führen wir die Diskussion einen Schritt weiter: Bevor eine Zielarchitektur definiert wird, ist es entscheidend, den strukturellen Ausgangspunkt zu verstehen.